Früchte sammeln im Wald
Fair und verantwortungsbewusst
Österreichs Wälder bieten eine Vielzahl an essbaren Pflanzen, Pilzen und Früchten. Ein Geschenk: Im Allgemeinen ist es erlaubt, sie für den Eigenbedarf zu sammeln.
Damit der Wald und seine Bewohner gut geschützt bleiben, gibt es ein paar Regeln, die wir beachten – so bleibt das ökologische Gleichgewicht erhalten.
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Regeln für das Sammeln von Waldfrüchten
In Österreich regelt das Forstgesetz das Sammeln von Pilzen, Beeren und anderen Waldfrüchten, um die Natur zu schützen und Konflikte zu vermeiden.
Hier sind einige wichtige Tipps und Regeln:
Mengenbegrenzung
Laut Forstgesetz dürfen Waldfrüchte nur in geringen Mengen gesammelt werden. Pro Person und Tag sind maximal 2 kg erlaubt. Diese Begrenzung dient dazu, die natürlichen Bestände zu schonen und eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten.
Sammeln nur für den Eigenbedarf
Das Sammeln von Waldfrüchten ist nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch erlaubt. Eine gewerbliche Nutzung oder das Sammeln in großen Mengen für den Verkauf ist ohne spezielle Genehmigung illegal.
Respekt vor der Natur
Beim Sammeln sollen keine Schäden an den Pflanzen oder dem Wald insgesamt entstehen. Wer achtsam sammelt, vermeidet es, ganze Sträucher oder Bäume zu entblättern und lässt genügend Früchte für die Tiere und die natürliche Regeneration übrig.
Waldgebiete respektieren
Schutzgebiete und Naturschutzflächen gilt es zu meiden, da das Sammeln dort oft völlig verboten ist. Diese Gebiete dienen dem Schutz von Flora und Fauna und sollen nicht gestört werden.
Rechtliche Hinweise
Am besten ist, man vergewissert sich vor dem Sammeln, keine besonderen Vorschriften in der Region zu missachten. Denn: In manchen Bundesländern gibt es zusätzliche Regelungen, die das Sammeln von bestimmten Pflanzenarten einschränken oder verbieten.
Kulinarische Schätze in Österreichs Wäldern
Österreichs Wälder bieten eine Fülle an natürlichen Leckerbissen – von Waldbeeren über wilde Früchte bis hin zu schmackhaften Pilzen und Nüssen. Diese wilden Delikatessen sind nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch eine gesunde Bereicherung für jede Mahlzeit. Ein Spaziergang im Wald wird so schnell zu einer kulinarischen Entdeckungsreise.
Hier eine Auswahl der häufigsten Beeren, Pilze und Nüsse
Waldbeeren
Heidelbeeren (Blaubeeren): Besonders in höheren Lagen und Moorgebieten verbreitet.
Preiselbeeren: Häufig in lichten Nadelwäldern und in Moorgebieten anzutreffen.
Erdbeeren: Wachsen oft an Waldrändern oder in lichten Waldgebieten.
Himbeeren: Häufig an Waldrändern und in Lichtungen zu finden.
Brombeeren: Wachsen an Sträuchern entlang von Wegen oder in sonnigen Waldlichtungen.
Wildfrüchte
Holunder: Wachsen an feuchten, schattigen Stellen und sind besonders im Herbst reif.
Hagebutten: Diese Früchte der wilden Rose sind im Herbst zu finden und besonders reich an Vitamin C.
Schlehen: Diese blaue Frucht wächst an Sträuchern und ist nach Frost besonders gut für Marmelade oder Gelee.
Felsbirne: Kleine, süße Früchte mit einem Hauch von Wildnis. Einmal probiert, fragt man sich, warum sie nicht berühmter ist.
Steinapfel: Klingt hart, schmeckt aber saftig. Die perfekte Balance zwischen Säure und Süße, wenn man ihn richtig erwischt.
Quitten: Goldene, duftende Kraftpakete, die roh kaum zu bändigen sind, aber gekocht ihre ganze Magie entfalten.
Nüsse
Haselnüsse: Wachsen an Haselsträuchern, die vor allem in lichten Wäldern zu finden sind.
Walnüsse: In manchen Regionen wachsen Walnussbäume, besonders in milden Klimazonen.
Kastanien (Edelkastanien): Besonders im Südosten Österreichs zu finden.
Pilze
Eierschwammerl: Häufig in Mischwäldern zu finden.
Steinpilze/Herrenpilze: Sehr beliebt und in vielen Wäldern von Sommer bis Herbst zu finden.
Parasol: Ein großer, schmackhafter Pilz, der vor allem in sonnigen Lichtungen und Wiesen wächst.
Maronenröhrlinge: Ein schmackhafter Pilz, der in Laubwäldern wächst.
Wiesenchampignons: Er wächst auf Wiesen und Weiden und ist an seinem weißen bis cremefarbenen Hut sowie den rosa bis braunen Lamellen erkennbar.
Bovist/Riesenbovist: Die kugelrunden Pilze sind vor allem in jungen Jahren essbar, wenn ihr Inneres noch weiß und fest ist.
Wildkräuter
Bärlauch: Der Bärlauch wird als frisches Kraut für Aufstriche, in Suppen und Soßen oder im Salat verwendet und ist wohl eine der beliebtesten Frischkräuter aus dem Wald.
Brennnessel: Reich an Eisen und Vitaminen, wird in vielen Gerichten verwendet.
Löwenzahn: Vom Wurzelwerk bis zu den Blättern ist alles essbar und hat gesundheitsfördernde Eigenschaften.
Giersch: Ein köstliches Wildkraut, das häufig als Spinat-Ersatz genutzt wird.
Schafgarbe: Bekannt für ihre heilenden Eigenschaften, besonders bei Verdauungsproblemen.
Vogelmiere: Ein nährstoffreiches Kraut, das oft in Salaten oder Suppen verwendet wird.
Waldmeister: Besonders bekannt für seine Verwendung in Getränken wie Maibowle.
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Achtung Verwechslungsgefahr!
Gleich erkannt? Auf dem Bild ist links Bärlauch abgebildet, rechts der giftige Herbstkrokus. Während der Bärlauch für schmackhafte Suppen, Weckerl und Pesto sorgt, sind Herbstzeitlosen und -krokusse unbekömmlich bis hochgiftig. Beim Sammeln von Pilzen, Beeren und Kräutern ist stets Vorsicht geboten. Auch auf Apps ist längst nicht immer Verlass.
So werden Preiselbeeren häufig mit der Roten Heckenkirsche verwechselt, der Pfifferling mit dem Falschen Pfifferling und der Maronenröhrling mit dem Kastanienbraunen Röhrling. Es ist ratsam, nur Früchte zu sammeln, die sicher identifiziert wurden – im Zweifel ist es immer besser, einen Experten zu Rate ziehen.
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